· 

Eiskaltes Feuer

Schon lange ist es her seit dem letzten Blogeintrag. Im letzten Jahr bin ich sehr viel unterwegs gewesen und habe meine Zeit mehr in Social Media investiert. Das will ich nun wieder etwas ändern und auch hier wieder vermehrt über meine Fototouren berichten.

 

Diese Woche hatte ich viel Frei und wollte unbedingt eine Tour in die Alpen unternehmen. Doch das Wetter war wie so oft nicht unbedingt vielversprechend. Entweder hatte es Nebel, oder genau das Gegenteil, es war wolkenlos. Dazu kam die extreme Kälte. Auch als es am Donnerstag besser aussah, brauchte ich sehr lange bis ich meinen inneren Schweinehund überwinden konnte und meine Ausrüstung zusammenpackte.

Mein Ziel war die Westschweiz. Nach zwei Stunden Autofahrt und einer Bergbahn stand ich auf dem ersten Gipfel. Also die Schneeschuhe angeschnallt und ab in Richtung meinem Ziel. Langsam wurde es mir bewusst das ich die Zeit wohl etwas knapp berechnet hatte. Der Aufstieg auf knapp 3000 m.ü.M. war doch anstrengender als angenommen. Als ich etwa die Hälfte geschafft hatte, kam meine Rettung. Der nette Herr von der letzten Pistenkontrolle nahm mich ein Stück auf dem Schneemobil mit. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle. Die paar letzten Meter zum Gipfel waren dann schnell hinter mir. Und schon färbte sich der Himmel in den warmen Farben der Abendsonne langsam orange.


Plötzlich war das Licht fast vorbei und ohne auf die Uhr zu schauen machte ich mir langsam Gedanken wo ich mein Zelt am besten aufstellen werde. Nebenbei machte ich noch ein paar Fotos und suchte einen schönen Vordergrund für den Morgen.

Auf einmal färbten sich die umliegenden Gipfel tiefrot. So intensiv, wie ich es erst selten erlebt habe. Nach einem Bild erkannte ich, dass mein Standort alles andere als optimal war. In der Hoffnung das dass Licht noch ein paar Minuten anhalten würde, rannte ich das Schneefeld vor mir runter und erreicht zum Glück gerade noch rechtzeitig einen Platz wo ich die Sonne untergehen sehen konnte. Der Nebel im Tal war zurückgekehrt und war das Sahnehäubchen der fantastischen Stimmung.

 

Als alles vorbei war, merkte ich erst wie kalt es war. Meine Finger spürte ich kaum noch. Also suchte ich meine Ausrüstung zusammen und brachte alles in eine kleine Senke wo ich einigermassen vom Wind geschützt war. Dort stellte ich, nach einem heissen Tee, mein Lager auf. Der Wind war zeitweise sehr heftig und eisig Kalt. Das Abendessen musste ich mir im Zelt kochen. Mein Kocher wollte draussen trotz einem gebastelten Windschutz aus Schnee einfach nicht Feuer fangen. Im Zelt war es zudem deutlich wärmer.

In der Nacht wurde ich immer wieder von heftigen Windböen geweckt, welch am Zelt rüttelten. So war ich am Morgen alles andere als ausgeruht. Nach einem Kaffee wagte ich den ersten Blick nach draussen. Die Wolken hatten sich verzogen und der Nebel war deutlich tiefer als am Abend zuvor. Dennoch stieg kurz vor Sonnenaufgang ich noch einmal zum Gipfel auf. Die Bildidee mit dem gesuchten Vordergrund konnte ich schnell vergessen. Über Nacht hat der Wind die ganzen Schneeverwehungen neu gezeichnet. Es dauerte aber nicht lange bis ich etwas Neues gefunden hatte. Kurze Zeit später kam die Sonne über den Walliser Alpen zum Vorschein. Zum ersten Mal auf dieser Tour freute ich mich über den Wind. Denn der aufgewirbelte Schnee im ersten Morgenlicht sah einfach nur genial aus und ich hoffte, das diese Stimmung auf den Fotos gut rüberkommen würde.

 


Mit den ersten Sonnenstrahlen hatte ich das Gefühl das es wenigstens etwas wärmer wurde. Was bei etwa -20°C aber auch nur wenig Erleichterung brachte. Nach dem Frühstück packte ich langsam zusammen, kochte noch einmal etwas Tee für den Weg und gegen Mittag erreichte ich bei immer noch -19°C die Bergstation und fuhr ins Tal. Dort durfte ich eine dicke Eisschicht von den Autoscheiben kratzen bevor ich nach Hause fahren konnte.

 

 

Tourbilder:


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Andi Stricker (Sonntag, 27 Januar 2019 20:50)

    Spannender Bericht, geniale Bilder. Gratuliere, Thomas.

  • #2

    Thomas Marmet (Donnerstag, 31 Januar 2019 17:10)

    Vielen Dank Andi

Kalender 2020

Neuer Blog-Eintrag:

Nachwuchs bei den Haubentauchern, 

07.08.2019

Kontakt:

Thomas Marmet

Bahnhofstrasse 23

CH-3455 Grünen

+41 (0)79 613 23 34

thomasmarmet@natur-momente.ch

Social Media: