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Schwarzeis im Engadin

Letzte Woche verbrachte ich ein paar Tage im Engadin. Da in letzter Zeit auch in den Bergen nur wenig Schnee gefallen war, hatte sich auf manchen Seen Schwarzeis gebildet. Jedoch waren bereits mehrere Personen in die Seen eingebrochen. Allerhöchste Vorsicht war also geboten wenn man sich auf dem Eis bewegte.

 

Bei meiner Ankunft am Sonntag waren sehr viele Leute auf den Seen unterwegs. Ich war relativ spät dran und hatte Mühe einen Parkplatz zu finden. Schliesslich bin ich ins Parkhaus in Sils gefahren und dann schnurstracks zum See gelaufen. Nach langer Suche fand ich endlich eine schöne Stelle. Gerade noch rechtzeitig bevor die Sonne am Horizont verschwand. Einige Minuten später begannen sich die Schleierwolken rot zu färben. Auf den Eis spiegelten sich die warmen Farben und ich genoss die wunderbare Stimmung auf dem See, mittlerweile fast alleine.

 


Die Nacht verbrachte ich unterhalb des Julierpasses im Auto. Die -6°C liessen sich im dicken Schlafsack und einer Thermoskanne Tee gut aushalten. Am Morgen ging es nach einem Kaffee gleich los. Ich Hatte mich spontan mit Mel Weber verabredet die auch dort unterwegs war. Zusammen fotografierten wir den Sonnenaufgang, welcher nicht sehr spektakulär verlief. Auf dem Rückweg passierte es dann. Direkt vor mir brach Mel im Eis ein. Zum grossen Glück nur wenige Meter vom Ufer entfernt im seichten Wasser. Auf dem Bauch liegend konnte ich sie schnell aus dem eiskalten Wasser ziehen. Nach einer kurzen Fahrt zum Hotel konnte sie sich wieder trockene Kleidung anziehen un sich wieder aufwärmen.

 

Ich entschied mich auf den Berninapass zu fahren. Auch dort oben hatte es nur sehr wenig Schnee. Auf einer Ausweichstelle machte ich mir mein Frühstück und genoss die wärmenden Sonnenstrahlen. Nebenbei versuchte ich meine Luftmatratze zu reparieren, welche letzte Nacht Luft verloren hatte. Mehr oder weniger ist mir das auch gelungen. Auf einmal flog ein Bartgeier ganz nahe über mich hinweg. Leider war ich zu langsam und konnte dieses beeindruckende Tier nicht fotografieren.

 

Am Abend fuhr ich wieder zu den Seen hinunter und dieses Mal hatte ich mehr Zeit einen passenden Vordergrund zu suchen. Ich fand eine spannende Stelle und entschied mich sofort, am nächsten Morgen noch einmal hierher zu kommen. Der Sonnenuntergang verlief ähnlich wie am Tag zuvor. Nur das es ein paar Schleierwolken mehr hatte, die sich aber zum Glück kurz nach dem die Sonne verschwunden war etwas lichteten und zu leuchten begannen.

 


Die zweite Nacht war mit -13°C deutlich kühler. Für mich war das nicht unbedingt ein Problem, aber für meinen Wassertank war das zu viel. Auch das Wasser in den Flaschen war gefroren und bei den Thermoskannen, die ich in der Nacht leer getrunken hatte, waren die Verschlüsse festgefroren. Mit ein bisschen Gewalt konnte ich schliesslich die Eisschicht im Wassertank durchbrechen. In der Mitte hatte es noch ein wenig flüssiges Wasser. So musste ich nicht auf meinen Kaffee verzichten und die Thermoskannen konnte ich auch wieder auffüllen.

 

Der Himmel war zuerst noch wolkenlos. Aber laut Wetterbericht sollten genau zum Sonnenaufgang Woken über mich hinwegziehen. Kaum hatte ich meine Stelle auf dem See erreicht, kamen sie auch schon. Und nur kurze Zeit später begann ein wahres Feuerwerk der Natur.

 


Nach diesem Spektakel und einem Blick auf die Wetterprognose entschied ich mich wieder nach Hause zu fahren. Den bessere Bedingungen als die letzten drei Tage würde es in nächster Zeit wohl nicht geben.

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